Vergangene InteG-Veranstaltungen

- 8. InteG-Symposium - Oktober 2018

Thema: Reallabor Intelligentes Gebäude - Erkenntnisse, Methoden, Perspektiven

Bürgerbeteiligung, Datenschutz und fehlende Regulierung der Eigentumsrechte an gewonnenen Daten waren die großen Themen auf dem 8. InteG-Symposium am Campus Minden der FH Bielefeld. Reallabore, international Living Labs genannt, können die Fähigkeiten von Intelligenten Gebäuden durchaus weiter vorantreiben. Vorher ist aber eine klare Festlegung zum „Data Ownership“ nötig.

„Living Labs“ unterscheiden sich von normalen Laboren, die in der Regel in geschützten Räumen untergebracht sind. Living Labs finden stattdessen in normalen Umgebungen, wie zum Beispiel der eigenen Wohnung, in öffentlichen Gebäuden oder auf offener Straße statt. Für die Messungen kommen Technologien wie Kameras und Sensoren zum Einsatz.

In einer Keynote wies Prof. Dr. Hans J. Lietzmann, vom Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung an der Bergischen Universität Wuppertal auf die umfassende Änderung der Bürgerbeteiligung über das letzte Jahrhundert hin. Parteimitgliedschaften und Wahlbeteiligung nehmen ab, umgekehrt steigt die Bereitschaft der Bevölkerung über Veranstaltungen wie Demonstrationen, Bürgeranhörungen und Volksentscheiden sich einzubringen. Prof. Lietzmann zeigte auch, wie stark die bürgerliche Mitbestimmung einen Planungsprozess inzwischen beeinflusst.

Die „Living Labs“ wurden von Tinus Kanters aus dem niederländischen Eindhoven am konkreten Beispiel erklärt: In der von Pubs gesäumten Innenstadtstraße Stratumseind hat sein Projektteam mit verschiedensten Sensoren und Kameras gezeigt, inwiefern Lichtwirkung das Verhalten der 20.000 Besucher pro Wochenende beeinflussen kann. Kanters präsentierte, mit welchen Erwartungen die Projektpartner, darunter die Technische Universität Eindhoven, die Stadt Eindhoven und Firma Philips in das Projekt gestartet sind und wie sie im Laufe der vergangenen vier Jahren die Fragestellung geändert haben. Aus “wie können verschiedenen Lichtzenarien die Stimmung positiv beeinflussen” wurde letztendlich “wann und inwiefern beeinflusst Licht das Verhalten der Kneipenbesucher”. Auch betonte er die Notwendigkeit der klaren Abstimmung, wem die gesammelten Daten gehören und forderte, einen Europäischen Ansatz zu verfolgen: “In Amerika liegen die Datenrechte bei den Firmen, in China sind sie in den Händen der Regierung. Wir in Europa müssen dafür sorgen, dass die Daten im Besitz derer sind, denen sie gehören: den Bürgern”.

In einer der drei Kurzbeiträge zu regionalen Beispielen erläuterte Martin Schnellhammer vom Living Lab „Wohnen und Pflege“ in Osnabrück Selfcare Ansätze. Dabei werden mithilfe von Sensorik, einer Onlineplattform und verschiedenen Eingabegeräten Pflegepersonal, Patienten und Ärzte stärker miteinander verknüpft und gesundheitliche Trends des Patienten effektiv ausgewertet. Sebastian Schriegel, vom Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo, stellte das Internet of Things-Reallabor für Mittelstädte vor. Am Beispiel des ÖPNV und der Parkplatzsituation in Lemgo erklärte er, wie Smart City Anwendungen in Mittelstädten eingesetzt und angenommen werden und wie mithilfe des Reallabors neue Innovationen entstehen. Jan Budke und Tim Wächter vom Institut für intelligente Gebäude (InfinteG) in Minden zeigten die Hürden auf dem wissenschaftlichen Weg zum möglichen Living Lab im Bereich Wohlbefinden am Arbeitsplatz und Brandschutzplanung: „Man kann sein Reallabor nicht in Brand setzen, um optimale Testbedingungen für eine dynamische Fluchtwegeleitung zu erhalten“, so Wächter.

Das Forum wurde genutzt, um sowohl über den Einsatz von moderner Sensorik in intelligenten Gebäuden, dem Feedback zwischen Nutzer und Technik und der Einbeziehung des Nutzers in die Technikplanung zu diskutieren. 

  

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3. Vortrag
Wie geht Gesundheitsmonitoring 4.0 ? Bericht aus dem Living Lab Wohnen und Pflege  

- 7. InteG-Symposium - Oktober 2017

Thema: Der Wettbewerb um Smart Home & Smart Building

Motto: Orientierung am Nutzer ist gefragt!

Smart Home‘ und ‘Smart Building‘ organisieren die Beleuchtung, Lüftung, Verschattung und Heizung im Arbeits- und Wohnbereich ganz automatisch und intelligent. Doch der Markt der Gebäudeautomations-Planer, Handwerker und Zulieferer wird sich durch den Einfluss von internetstarken Technik- und Vertriebsplattformen ändern.

Zur Anregung präsentierten drei Schüler des Bessel- sowie Ratsgymnasiums in Minden den Expertinnen und Experten ihre Sicht auf das Smart Home der Zukunft. Dazu hatten sie selbst eine Smart Home Steuerung auf einen Raspberry Pi Computer angepasst. Doch trotz aller Technikbegeisterung: Die Funktion des Wohnraums und Ihre Wünsche als Bewohner stehen für die jungen Experten immer ganz im Vordergrund. Ein menschenzentrierter Ansatz, von dem die anwesenden Teilnehmer sich einiges abschauen sollten, so die Wissenschaftler der Hochschule. Dabei stellten sich die Schüler der „Generation Z“ ein lernendes System vor, das sich individuell an sie anpasst und ihnen ein Zuhause mit Wohlfühlcharakter bietet. Mit wichtig war die einfache Verfügbarkeit und die klare entspannte Darstellung der Smart Home Angebote.

Zusammen mit Wissenschaft und Handwerk richteten die Teilnehmenden im weiteren Symposium einen Blick in die Zukunft: Die Forscher zeigten auf, dass die Smart Home Technik für die Bewohner nützlich, aber eben nicht sichtbar und beherrschend sein darf. Handwerker und Zulieferer diskutierten, dass die Rolle der Marktakteure sich ändern wird. Somit ist der aufmerksame Dialog mit den Hausbauern, Bewohnern und Nutzern ebenso wichtig wie eine möglichst hohe Flexibilität in der Auslegung des Hauses durch vorausschauende Planung. Bei der Integration verschiedener Systeme sind alle Akteure gefordert, damit die verfügbaren Komponenten für Beleuchtung, Heizung, Sicherheit, Kommunikation und Energieeffizienz in die sich schnell ändernde und internetoffene Steuerungswelt besser integrierbar sind und bleiben.

  

- 6. InteG-Symposium - Oktober 2016

Thema: Digitalisierung von Bauprozessen

Die Digitalisierung macht auch vor der Baubranche nicht Halt: Mit der digitalen Vernetzung aller am Bau Beteiligten, dem so genannten „Building Information Modeling“, kurz BIM, soll beim Planen, Entwerfen, Errichten und Verwalten von Gebäuden oder Infrastrukturanlagen besser kommuniziert werden. Das soll zu einer höheren Sicherheit hinsichtlich Kosten, Terminen und Nachhaltigkeit führen.

Während im benachbarten Ausland schon jetzt die öffentlichen Auftraggeber BIM vorgeben, beginnt in Deutschland gerade erst die Auseinandersetzung mit der Idee einer gemeinsamen, digitalisierten Datenbasis.

Auf dem Symposium, diskutierten Experten aus Hochschulen, Bau und Handwerk folgende Fragen: Was ist BIM genau? Wie sieht der optimale BIM-Planungsprozess aus? Welche Daten werden benötigt und wie können sie genutzt werden? Und warum ist BIM noch kein Trend im Handwerk, obwohl der heutige Meister bereits BIM-fähige Instrumente benutzt?

Über Erfahrungen mit BIM in Dänemark, berichtete Dr. Ole Berard, Abteilungsleiter bei der zweitgrößten dänischen Baufirma MT Højgaard, der sich seit mehr als zwölf Jahren mit dem Thema beschäftigt: "Wir bauen virtuell, bevor wir wirklich bauen." Das Wertschöpfungspotenzial sei hoch, denn im Vergleich zu anderen Industrien sei das Baugewerbe nicht besonders produktiv.

Ein Beispiel: Für den Bau eines Universitätsgebäudes in Kopenhagen bietet MT Højgaard nicht ein Gebäude, sondern einen Bauprozess an. Frühzeitige 3D-Modelle sorgen für Überblick bei Logistik, Kosten und Machbarkeit. So könne man am Modell schon frühzeitig die Baustelleneinrichtung planen und die Planung und Ausführung erleichtern. Ein wesentlicher Vorteil sei auch, die künftigen Nutzer in den Prozess einbinden zu können, so dass spätere Änderungen reduziert werden.

In drei Expertenrunden wurden anschließend die Perspektiven der Forscher und Planer, der Anwender und des Handwerks beleuchtet. Die Gesprächsrunden boten auch den 160 Teilnehmern die Möglichkeit, Fragen zu stellen, zum Beispiel wie die Potenziale von BIM für kleinere Unternehmen genutzt werden können. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Einführung in Deutschland noch Zeit brauche. Normen und Richtlinien müssten erst noch darauf angepasst werden. Deshalb hielten es die Experten für sinnvoll, mit Pilotprojekten zu starten. So wurde in der abschließenden Podiumsdiskussion der Appell an die Politik gerichtet, entsprechende Pilotprojekte zu unterstützen.

  

- 5. InteG-Symposium - Oktober 2015

Thema: Intelligenter Campus Neubau steht im Mittelpunkt

Häufig werden funktionale und auch öffentliche Gebäude nicht nach dem neuesten Stand der Technik gebaut. Finanzielle Mittel, Komplexität, Koordination und auch Haftungsaspekte sind vielfach Gründe dafür, dass intelligente Ansätze nicht den Weg in die Praxis finden. Durch Vorträge zu den verschiedenen in Minden umgesetzten Maßnahmen, wie der Heizungstechnik oder der intelligenten Gebäudetechnik, wurde aufgezeigt, wie es auf dem Campus Minden gelungen ist, ein intelligentes und effizientes Gebäude kostengünstig zu errichten.

Dipl.-Ing. Uwe Frerichs, Honorarprofessor an der FH Bielefeld, eröffnete das Symposium mit seinem Impulsvortrag über innovatives Bauen. Er unterstrich die Symbiose von Gebäude und Technik. Dabei dauere es bei der Inbetriebnahme von Neubauten „einen Sommer und einen Winter“, bis alle Regelungen optimiert seien.

Ingenieur Andreas Rung, war beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW für die Heizungs- und Klimatechnik des Mindener Neubaus zuständig. Er erläuterte das innovative Energiekonzept. So werden hierfür neben einer Geothermieanlage, auch die Abwärme der Serveranlagen genutzt und über Schichtspeicherverteiler bedarfsgerecht verteilt. Dies führte zu einer Energieeffizienz, die weit über den gesetzlich geforderten Normen liegt.

Christian Kuhles von der Firma Hermos ist verantwortlich für die Programmierung der Gebäudetechnologie des Neubaus. Er zeigte beispielhaft auf, wie den Nutzern das An- und Ausschalten des Lichts, das Herunterfahren der Jalousien oder auch die Raumklimatisierung abgenommen werden kann. Die gesamte Gebäudeautomation soll zu Lehr- und Forschungszwecken von den Studierenden genutzt werden, wie Prof. Dr. Oliver Wetter erläuterte.

Im zweiten Veranstaltungsblock des Symposiums wurden ausgewählte Forschungsprojekte des Campus Minden vorgestellt. So sprach Prof. Dr. Grit Behrens über die geplante Photovoltaikanlage auf dem Gebäude, Prof. Dr.Dr. Matthias König über das Projekt „Smart Home“, der Einwicklung einer Sturzerkennung für ältere Menschen. Schließlich erläuterte Prof. Dr. Andreas Uffelmann das Projekt „Soziale Stadtbausteine“, bei dem es sich um eine langfristige Quartiersversorgung mit sozialer Infrastruktur unter Einbeziehung von intelligenten Gebäudesystemen handelt. Zum Abschluss des Programms wurden die Teilnehmer des Symposiums von Dekan Prof. Dr. Oliver Wetter und Architekt Michael Rother durch das neue Gebäude geführt.

  

- 4. InteG-Symposium - Oktober 2014

Thema: Prozesskompetenz steigern

Gebäude, die einen intelligenten Mehrwert bieten, sind anspruchsvoll. Sie können nicht mit statischen Prozessen in klassischer Gewerke-Trennung geplant, gebaut und betrieben werden. Auf dem Symposium Intelligente Gebäudetechnologien am Campus Minden, wurde diskutiert, wie Fach- und Gewerkepartner kooperieren und ihre Aufgaben dynamisch und kontextbezogen lösen müssen, um das Beste für den Nutzer zu erreichen.

Eine Neuerung in dieser vierten Ausgabe des Symposiums war die Art der Gesprächsführung: Ganz konkret und interaktiv wurden an verschiedenen Thementischen Fragen beantwortet und Anregungen vermittelt, wie die Teilnehmer ihre Prozesskompetenz nutzen und steigern können. An jedem Thementisch standen versierte Expertinnen und Experten für die Diskussion zur Verfügung. Teilnehmer konnten sich bereits vorab überlegen, an welchen Tischen sie teilnehmen möchten, aber auch zwischendurch wechseln, um mehrere Diskussionen zu verfolgen.

Im 2. Teil des Symposiums zeigte Dr. Felix Meckmann, vom Ingenieur- und Sachverständigenbüro für Immobilien meckmann|partner auf, welche Planungsmehrleistungen im Rahmen eines nachhaltigen Bauens gefordert und erbracht werden und welcher wirtschaftliche Mehrwert entsteht.

  

- 3. InteG-Symposium - Oktober 2013

Thema: Intelligente Gebäude: Technologien - Akzeptanz - Forschung

Im Impulsvortrag von Professor Dr.-Ing. Klaus Henning von der Rheinisch-Westfälisch-Technischen Hochschule Aachen ging es um zukünftige Exportchancen für Deutschland. Langfristig werde es auch in der Gebäudetechnologie nur noch softwareintensive Produkte und Systeme geben. Professor Henning schloss seinen Vortrag mit einem Tipp für die Region: „Werden Sie großprojektfähig in Intelligenten Systemen!“

Anschließend stellten Professor Dr. Dominic Becking und Prof. Dr.-Ing. Martin Hoffmann der FH Bielefeld die Entwicklung der Forschung am Campus Minden vor. Neun Professoren haben sich hier zusammengetan, um gemeinsam am Forschungsprojekt „Gebäudetechnologien unter einem Dach“ zu arbeiten. Im Einzelnen soll es um Sicherheit, Gebäudeumbau und Bestandsschutz, Wohlergehen und Technologieakzeptanz in Gebäuden sowie um Ressourceneffizienz gehen. 

Nur wenn neue Technologien auch akzeptiert werden, können sie sich auf dem Markt behaupten. Deshalb ging es im zweiten Block des Symposiums um die Akzeptanz der Gebäudetechnologien.

Marius Hartel, Experte für Gebäudeautomation, stellte die nutzerorientierte Integrale Planung der Gebäudeautomation am Beispiel der Sanierung des Frankfurter Flughafens vor. Hartel ist auch an der Planung des Neubaus auf dem Campus Minden beteiligt.

Achim Zerbst sprach in seinem Referat über die Umsetzung und Akzeptanz von Gebäudeintelligenz in der Praxis bei WAGO Kontakttechnik, wo er im Gebäudemanagement tätig ist. „Wichtig ist, die Nutzer rechtzeitig über den Umgang mit der neuen Technik zu informieren.“

Von der wissenschaftlichen Seite beleuchtete Wirtschaftspsychologie-Professorin Dr. Sybille Reichart von der FH Bielefeld Einbindungskonzepte für die Praxis. Die meisten Nutzer, sind Laien, was die Gebäudetechnik angeht. „Idealerweise sollte man die Nutzer bereits bei der Planung, beim Bau und im Betrieb des Gebäudes einbinden“. Wenn beispielsweise etwas wie ein Lichtschalter, der in einem intelligenten Gebäude zahlreiche Funktionen hat, von den Nutzern getestet wird, bevor er eingebaut wird, kann der Bauherr letztlich viel Zeit und Geld sparen.

Im dritten und letzten Teil „Intelligente Gebäude planen und Errichten“ stellte Professor Dr.-Ing. Uwe Weitkemper vom Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen vor, wie Brandschutz im Bestand als integrale Planungsaufgabe angegangen werden kann.

Abgeschlossen wurde das Symposium mit einer Zusammenfassung der Intelligenten Gebäudetechnologien von Prof. Dr.-Ing. Oliver Wetter und wie es geplant ist, diese am Campus Minden Neubau umzusetzen.

  

- 2. InteG-Symposium - Oktober 2012

Thema: Netzwerk rund um intelligente Gebäudetechnologien

In Ostwestfalen-Lippe hat sich ein Netzwerk rund um intelligente Gebäudetechnologien formiert. Der „InteG e.V.“ will die bestehenden Kompetenzen innerhalb der kompletten Wertschöpfungskette fördern, so dass die Unternehmen in der Region die Potenziale des zukunftsträchtigen Gebäudetechnikmarkts besser erschließen können.

Das Symposium startete mit einem spannenden Erfahrungsbericht. Der Architekt Julius Otto lebt in einem Forschungsobjekt: Das Haus wurde von einem interdisziplinären Team der Universität Wuppertal entworfen und gebaut. Eine Vorgabe war, dass das Haus als „Net-Zero-Energy-Building“ in der Jahresbilanz mehr Energie ins Netz einspeist als es verbraucht. Sein Fazit nach dem ersten Winter ist ernüchternd: Der hohe Stand-by-Verbrauch der Automation und Messtechnik und die mangelnde Luftdichtheit der Gebäudehülle nach mehrmaligen Auf- und Abbau des Hauses führten zu einem erhöhten Verbrauch. Es muss also noch weiter geforscht werden.

Es folgte ein Vortrag über “Anspruchsvolles lokales Energiemanagement für die optimale Photovoltaik-Netzintegration“ von Detlef Beister von der SMA Solar Technology AG. Danach erklärte Thomas Schade von der Ambrosia FM Consulting & Services GmbH, wie intelligente Gebäudetechnologie mit Verstand eingesetzt werden kann.

Im anschließenden Forschungsimpuls ging es in Kurzvorträgen und einer Diskussionsrunde um die Frage “Wie intelligent forscht die Region?“. Thorsten Menne vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) des Landes Nordrhein-Westfalen stellte das Programm „Fortschritt NRW“ vor. Innovationsprozesse würden sich nicht länger ausschließlich auf technologische Neuerungen und Marktgängigkeit beziehen. Innovationen seien zunehmend soziale Prozesse, Dienstleistungen und Lösungen, die die Folgen für Mensch, Gesellschaft und Umwelt gleichermaßen im Blick haben. Dabei sei es von Bedeutung, dass nicht nur Hochschulen mit Unternehmen zusammenarbeiten, sondern auch die Anwender oder Nutzer einbeziehen.

In den weiteren Vorträgen ging es inhaltlich um intelligente Haushaltsgeräte (Prof. Dr. Sonja Schöning, FH Bielefeld), Sichere und energieeffiziente Hausautomation (Jun.-Prof. Dr. Christoph Sorge, Universität Paderborn), Solar Computing Lab (Prof. Dr. Frank Hamelmann, FH Bielefeld), die Herausforderung Energiewende (Dr. Karl Navratil, Universität Paderborn), Intelligente Gebäudetechnologien an der Hochschule OWL (Prof. Dr. Stefan Witte, Hochschule OWL), Smart Assisted Inclusion (Prof. Dr. Dominic Becking, FH Bielefeld) und Intelligente Lichtkonzepte (Daniel Werner, FH Bielefeld). Professor Dr. Oliver Wetter schloss den Forschungsimpuls mit einem Bericht über den geplanten Neubau am Campus Minden ab, in dem dargestellt wurde, dass der Neubau als intelligente Plattform für neue Lehr Forschungs- und Entwicklungsprojekte geplant ist.

In drei parallelen Workshops ging es abschließend um die Fragen: Welche Geschäftsmodelle lassen sich entwickeln? Wie qualifizieren wir eigene Fachkräfte und gewinnen neue? Welche Exkursionen und Experten bringen uns neue Impulse? Die Teilnehmer erhielten so die Chance, die Zusammenarbeit mit InteG aktiv mitzugestalten. InteG wird einen Wissenstransfer bezüglich der intelligenten Gebäudetechnologien an interessierte Unternehmen und Institutionen anbieten.

  

- 1. InteG-Symposium - Oktober 2011

Thema: Intelligente Gebäudetechnologien

Motto: Ressourceneffizienz, Komfort & Sicherheit

Hier trafen sich regionale Beteiligte der Gebäudewertschöpfungskette, von den Planer/-innen bis hin zu den Verwertern, mit dem Ziel Ihre Zusammenarbeit zu intensivieren und ihre Kompetenzen entlang der Kette „Erstellen, Betreiben, Verwerten“ zu steigern. 

Intelligente Gebäudetechnologien unterstützen und verbessern den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie. Sie optimieren die Betriebsprozesse von der Planung und dem Bau über den Betrieb bis hin zur Verwertung. In der Realität entsteht leider nicht immer die optimale Lösung. Innovative Komponenten und Teilsysteme verlieren ihren Mehrwert teilweise oder ganz, wenn sie im Gebäude mit anderen verbaut werden, weil sie schon vom Planungsansatz an nicht richtig verbunden werden.

Auf dem 1. Symposium „Intelligente Gebäudetechnologien“ wurden anhand von Beispielen Ansätze und Wege aufgezeigt, wie aus innovativen Einzelkomponenten ein intelligentes System entsteht und welche Potenziale sich für die einzelnen Unternehmen bei einer integralen Bauweise anbieten. In diesem ersten Anstoß wollten die Initiatoren die in OWL bestehenden Kompetenzen mit einem Lösungsansatz für die komplette Wertschöpfungskette fördern, so dass die Unternehmen in der Region die Potenziale des zukunftsträchtigen Gebäudetechnikmarkts erschließen können.

Das Symposium begann um 14.00 Uhr mit einer Begrüßung von Gastgeber Prof. Dr.-Ing. Oliver Wetter der FH Bielefeld, Campus Minden, sowie Herrn Sven Hohorst, Geschäftsführer der Firma Wago Kontakttechnik, Landrat Dr. Ralf Niermann und Herbert Weber, Geschäftsführer der Ostwestfalen Lippe Marketing. Es folgte einen Impulsvortrag „Was ist möglich im Gebäude der Zukunft“ von Prof. Dr.-Ing. Manfred Büchel der FH Gelsenkirchen.

Block 2: „So kommt die Intelligenz ins Gebäude“, umfasste Statements zu Herausforderungen in der Wertschöpfungskette, mit Vorträgen von LAB Electronic aus Minden, Goldbeck aus Bielefeld, Wago Kontakttechnik aus Minden und Miele aus Gütersloh. Im letzten Block „Kompetenzen gemeinsam nutzen“ erklärte Menhard Schoof, Technischer Leiter des Johannes Wesling Klinikums in Minden anhand eines Praxisbeispiels die Vernetzung beim Bau und Betrieb.

Das Programm wurde mit einer Podiumsdiskussion zwischen Fachvertreter aus Forschung und Wirtschaft abgeschlossen. Die Teilnehmer waren Prof. Dr. Sonja Heitmann der FH Bielefeld, Prof. Dr. Joachim Bahndorf der FH Bielefeld, Campus Minden, Jan Schipper, Geschäftsführer Ambrosia FM Consulting & Services und Daniel Diestelhorst, Studierender und Mitarbeiter der Firma Goldbeck.